Kapitel 1 Eine unerwartete Begegnung

An einem wunderschönen, sonnigen Frühlingstag, beschloss Faba, Pilze sammeln zu gehen. Sie nahm ihren Pilzkorb, verliess ihr kleines Baumhaus und ging in den Wald. Überall schossen die Pilze nur so aus dem feuchten Waldboden. Sie fand ein schönes Plätzchen mit grossen Eichen. Im Nu war ihr Körbchen mit kleinen und grossen Pilzen gefüllt. Sie setzte sich ins weiche Gras, lauschte dem Rascheln der grossen Eichenblätter und beobachtete Käfer und Schmetterlinge. Plötzlich hörte sie ein Geräusch. Was war das? Sie sprang auf, drehte sich einmal im Kreis, sah aber nichts. Und wieder hörte sie das Geräusch und es ging nicht mehr weg.

Sollte sie schnell davonfliegen? Faba öffnete ihre libellenartigen Flügelchen, zögerte aber. Sie hatte Angst, das Brummen derselben könnte sie verraten. Langsam schlich sie über die Lichtung dem Geräusch entgegen. Unter einer riesigen, uralten Eiche sass ein Junge. Faba versteckte sich hinter einem süss riechenden Baum und lauschte. Der Junge schluchzte und murmelte etwas. 

Faba verstand das Gemurmel aber nicht und lehnte sich in seine Richtung. Da erkannte sie den Jungen. Es war Nox, bekannt für seine Streiche, ein richtiger Schelm. 

Faba verstand nun, was Nox vor sich hin murmelte.

„Mama, ich vermisse Dich so sehr!“ und dicke Tränen kullerten aus seinen grünen Augen. „Ich vermisse Deine Umarmungen und Deine Stimme. Ich bin so einsam, habe niemanden zum Spielen, niemanden zum Reden und niemanden zum Lachen.“

Faba erinnerte sich an die Geschichte, welche über die Mutter von Nox erzählt wurde.

Eines Tages verliess sie das Dorf, um im Wald Beeren und Pilze zu sammeln. Sie kam nie wieder nach Hause ins Dorf zurück. Faba verstand, dass Nox traurig und einsam war. Sie selbst hatte keine Mutter und keinen Vater. Sie erwachte, wie alle Feen im Königreich „Mirabilis“ eines Tages wie durch Geisterhand aus ihrem Märchenschlaf. Trotzdem fühlte Faba die Traurigkeit von Nox.

„Bumms“. Der prall mit Pilzen gefüllte Korb fiel zu Boden und Faba plumpste vor Schreck auf den weichen Waldboden.

Nox sprang auf. Mit einem Satz war er bei Faba und schaute auf sie herab. „He Faba, hast Du mich etwa belauscht?“ Faba errötete. Sie fühlte sich ertappt. „Es tut mir leid Nox, ich wollte Dich nicht belauschen.“

Nox war wütend. „Faba, ich will allein sein.“ Sie entschuldigte sich und sagte, dass sie beim Pilze sammeln ein Geräusch hörte und ihn dann schluchzend unter der Eiche sah. Nox sah Faba mit seinen geröteten und feuchten Augen an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. „Ist schon in Ordnung Faba, es gibt aber leider nichts, was Du oder irgendjemand sonst für mich tun könnte.“

Faba hob ihren Korb auf und fing an, die heraus gepurzelten Pilze aufzusammeln. Nox half ihr dabei und sagte: „Bitte erzähl niemandem davon!“ Faba streckte ihm ihre kleine Hand hin. „Abgemacht.“ Beide sahen sich in die Augen und fingen an zu lachen.

„Nox, begleitest Du mich zurück ins Dorf?“ Er nickte zustimmend und sie marschierten los.

 

Kapitel 2 Der Lotusteich

Faba und Nox wurden nach Ihrem Treffen im Wald gute Freunde und verbrachten viel Zeit miteinander.

Den heutigen Tag jedoch würden Beide nicht so schnell vergessen. Heute verspricht der Tag zu werden, an dem die gemeinsamen Abenteuer erst so richtig losgehen.

Es war noch früh am Morgen. Die Sonne ging im Westen auf und ihre warmen Strahlen berührten die Blätter der Bäume. Die Blüten der Blumen öffneten sich und Tautropfen fielen ins feuchte Gras. Das Königreich „Mirabilis“ erwachte aus seinem Schlaf. Schmetterlinge und Bienen schwirrten umher und suchten nach frischem Nektar. Eidechsen schlüpften aus ihren Löchern und sonnten sich auf den warmen Steinen.

Ein neuer Sommertag erwachte zum Leben und Faba und Nox waren schon früh wach. 

Nox stupste Faba leicht an die Schulter. „Komm Faba, lass uns rausgehen, das wird ein wunderschöner Tag.“ Sie kletterten auf Bäume, lachten über ihre Witze, assen Beeren, spielten mit Freunden Verstecken und versuchten, Käfer zu fangen. Faba und Nox wurden nach Ihrem Treffen im Wald gute Freunde und verbrachten viel Zeit miteinander.

Den heutigen Tag jedoch würden Beide nicht so schnell vergessen. Heute verspricht der Tag zu werden, an dem die gemeinsamen Abenteuer erst so richtig losgehen.

Es war noch früh am Morgen. Die Sonne ging im Westen auf und ihre warmen Strahlen berührten die Blätter der Bäume. Die Blüten der Blumen öffneten sich und Tautropfen fielen ins feuchte Gras. Das Königreich „Mirabilis“ erwachte aus seinem Schlaf. Schmetterlinge und Bienen schwirrten umher und suchten nach frischem Nektar. Eidechsen schlüpften aus ihren Löchern und sonnten sich auf den warmen Steinen.

Ein neuer Sommertag erwachte zum Leben und Faba und Nox waren schon früh wach. Nox stupste Faba leicht an die Schulter. „Komm Faba, lass uns rausgehen, das wird ein wunderschöner Tag.“ Sie kletterten auf Bäume, lachten über ihre Witze, assen Beeren, spielten mit Freunden Verstecken und versuchten, Käfer zu fangen.

Müde und verschwitzt lagen sie, die Arme und Beine von sich gestreckt, im grünen Gras. Die Sonne brannte unbarmherzig auf ihre Gesichter. Nox pfiff durch einen Grashalm eine Melodie. „Lass uns zum Teich gehen, ich will schwimmen“, schlug Faba vor. „Oh ja!“, antwortete Nox begeistert.

Auf dem Weg zum Lotusteich spielten sie: Ich sehe was, was Du nicht siehst. Als Nox dran war, sagte er: „Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist grün.“ Keine leichte Aufgabe, da in dieser wunderschönen Landschaft fast alles grün war: das Gras, die Bäume, eine Raupe oder Lotusblätter? Auf all ihre Vorschläge schüttelte Nox nur den Kopf und lächelte verschmitzt. „Ich weiss nicht, was es ist. Ich habe alles aufgezählt, was grün ist“, sagte Faba und zuckte leicht enttäuscht ihre Schultern.

Als sie am Teich ankamen, blieb Nox plötzlich stehen und griff nach Faba’s Hand. „Faba, Achtung! Schau, worauf Du fast getreten bist!“ Sie erblickte angewidert eine dicke, fette Kröte mit ledriger, mit Warzen übersäter Haut.

„Igitt!.“ Erschrocken machte sie einen Schritt zurück. “Na komm Faba, die Kröte macht Dir nichts.“ Lachend und lärmend rannten sie über die Wiese dem Ufer zu, als Beide wie angewurzelt stehen blieben. Eine tiefe, raue Stimme sagte laut, aber langsam: „Hey Ihr Rabauken! Ich möchte hier gerne in Ruhe die Sonne geniessen.“ Nox und Faba sahen sich um und entdeckten auf einem grossen Felsen eine riesige Eidechse. Ihre Augen weiteten sich und ihnen fehlten die Worte. Die Rieseneidechse war schwarz mit einem einzigen Streifen auf dem Rücken, der von aussen nach innen erst dunkellila, dann rot, orange, gelb und zur Mitte hin letztendlich grün war. Die Sonne schien auf ihre glänzende Haut, die aussah, als wäre sie mit schwarzen Diamanten gespickt. Sprachlos starrten Faba und Nox die Eidechse an. „Endlich wieder Ruhe“, sagte diese.

Nox fand die Sprache zuerst wieder. Mutig ging er auf die riesige Eidechse zu und fragte: „Wie heissen Sie?“ Die Eidechse antwortete müde und mit schläfrigem Blick: „Pointers ist mein Name, Mr. Pointers. Und jetzt lasst mich bitte in Ruhe.“

Kapitel 3 Wo ist Nox?

Leise trotteten die Beiden davon. Faba flüsterte aufgeregt, Mr. Pointers sei unglaublich! Diese Farben, dieser Glanz. So was habe sie noch nie gesehen. „Naja“, antwortete Nox, „leider ist er ziemlich brummig.“

„Nun ist Spielzeit, komm!“, sagte Nox, nahm Anlauf, sprang mit angelegten Knien in die Luft und flog wie eine Kanonenkugel ins Wasser. Es spritzte in alle Richtungen und Wellen schlugen auf der sonst so glatten Oberfläche des Teiches. Faba stellte sich auf einen Felsen und tauchte elegant ins Wasser ein. Als sie wieder auftauchte, war ihr Kopf bedeckt mit grünen, glieberigen Algen, die sich in ihren Haaren verheddert hatten. Sie versuchte vergeblich, die langen Ranken daraus zu entwirren. Nox fand das sehr lustig und lachte.

„Du siehst aus wie ein Sumpfmonster!“ Faba strafte ihn mit einem bösen Blick, wandte ihm den Rücken zu und flatterte mit ihren Flügeln so fest, dass das Wasser wie Gischt auf Nox niederprasselte. Nox hielt seine Arme schützend vor sein Gesicht und als Faba aufhörte und sich umdrehte, waren der Kopf und die Arme von Nox mit Algen übersäht. „Wer ist jetzt das Monster?“, rief sie lachend. Faba schwamm zufrieden davon. Auf den grossen Blättern der Seerosen entdeckte sie zufrieden vor sich hin quakende Frösche. Wieso blicken diese komischen Frösche immer so mürrisch drein, fragte sie sich.

Plötzlich umklammerte etwas ihr rechtes Bein und mit einem kräftigen Ruck wurde sie unter Wasser gezerrt. Nach einem kurzen Gerangel tauchte sie wieder auf, hustend, keuchend und Wasser spuckend. „Bespritz mich ja nie wieder so mit Wasser und Algen, Faba! Es ist nicht fair, dass Du Flügel hast und ich nicht!“ Nox war nicht wütend, er war todernst. Faba konnte es in seinen Augen sehen.

„Es tut mir leid, Du hast Recht, das war keine faire Art zu spielen“, antwortete sie mit leiser Stimme. „Ach, ist schon gut“, sagte Nox. Eine Weile herrschte Stille. Nur die Frösche quakten laut. Nox fragte Faba: „Hast Du die komischen Frösche mit diesen gelben Blasen am Hals gesehen?“ „Ja, die sind ganz schön launisch“, antwortete Faba erleichtert, dass die unangenehme Stille zwischen ihnen vorüber war.

Da öffnete einer der Frösche sein Maul, als ob er etwas sagen möchte, schloss es dann aber wieder. Er sah Faba an und öffnete es erneut. Sie sah erstaunt, dass unter seinem Kiefer etwas war, das aussah wie eine Kaugummiblase. „Wir sind nicht launisch, wir wollen nur unsere Ruhe haben“, sagte er in abgehacktem Ton. Abermals öffnete er sein Maul, blähte seine Wangen auf und sagte mit derselben Stimme wie zuvor: „Ihr unruhigen Kreaturen bringt unsere Gewässer dazu, Wellen zu schlagen. Ihr erschwert es uns, auf unseren Blättern zu sitzen und Essen zu finden.“

Nox gefiel die Antwort des Frosches nicht. Er sagte ihm forsch seine Meinung, denn er war der Ansicht, dass es nicht nur sein Teich sei, sondern, dass jeder das Recht hätte, darin zu baden. Ausserdem seien sie eh schon fett genug. Die Frösche ringsum sahen noch grimmiger und verärgerter aus als zuvor, doch blieben sie auf ihren Blättern wohl oder übel sitzen. Faba war fassungslos und wütend über Nox Worte. Sie fand, dass der Teich sehr wohl der Lebensraum der Frösche sei und diese ihre Ruhe verdienten.

„Wie kannst Du nur so gemein sein, Nox?!“ Weinend verliess sie den Teich, zog sich an und setzte sich etwas abseits auf einen grossen Ast einer Eiche. Sie wollte doch gar nicht mit Nox streiten. Müde und traurig schlief sie ein.

Als die Sonne im Osten am Untergehen war, schreckte Faba aus ihrem Schlaf. Wo war sie? Wo war Nox? Sie erinnerte sich an den Streit mit ihm. Bald wird es dunkel sein. Ging er allein ins Dorf zurück? Faba machte sich Sorgen und rief laut: „Nooox, Nooox wo bist Du?“ Es kam keine Antwort.


Demnächst weitere Kapitel. Es bleibt spannend!

Kapitel 1 Eine unerwartete Begegnung

An einem wunderschönen, sonnigen Frühlingstag, beschloss Faba, Pilze sammeln zu gehen. Sie nahm ihren Pilzkorb, verliess ihr kleines Baumhaus und ging in den Wald. Überall schossen die Pilze nur so aus dem feuchten Waldboden. Sie fand ein schönes Plätzchen mit grossen Eichen. Im Nu war ihr Körbchen mit kleinen und grossen Pilzen gefüllt. Sie setzte sich ins weiche Gras, lauschte dem Rascheln der grossen Eichenblätter und beobachtete Käfer und Schmetterlinge. Plötzlich hörte sie ein Geräusch. Was war das? Sie sprang auf, drehte sich einmal im Kreis, sah aber nichts. Und wieder hörte sie das Geräusch und es ging nicht mehr weg.

Sollte sie schnell davonfliegen? Faba öffnete ihre libellenartigen Flügelchen, zögerte aber. Sie hatte Angst, das Brummen derselben könnte sie verraten. Langsam schlich sie über die Lichtung dem Geräusch entgegen. Unter einer riesigen, uralten Eiche sass ein Junge. Faba versteckte sich hinter einem süss riechenden Baum und lauschte. Der Junge schluchzte und murmelte etwas. 

Faba verstand das Gemurmel aber nicht und lehnte sich in seine Richtung. Da erkannte sie den Jungen. Es war Nox, bekannt für seine Streiche, ein richtiger Schelm. 

Faba verstand nun, was Nox vor sich hin murmelte.

„Mama, ich vermisse Dich so sehr!“ und dicke Tränen kullerten aus seinen grünen Augen. „Ich vermisse Deine Umarmungen und Deine Stimme. Ich bin so einsam, habe niemanden zum Spielen, niemanden zum Reden und niemanden zum Lachen.“

Faba erinnerte sich an die Geschichte, welche über die Mutter von Nox erzählt wurde.

Eines Tages verliess sie das Dorf, um im Wald Beeren und Pilze zu sammeln. Sie kam nie wieder nach Hause ins Dorf zurück. Faba verstand, dass Nox traurig und einsam war. Sie selbst hatte keine Mutter und keinen Vater. Sie erwachte, wie alle Feen im Königreich „Mirabilis“ eines Tages wie durch Geisterhand aus ihrem Märchenschlaf. Trotzdem fühlte Faba die Traurigkeit von Nox.

„Bumms“. Der prall mit Pilzen gefüllte Korb fiel zu Boden und Faba plumpste vor Schreck auf den weichen Waldboden.

Nox sprang auf. Mit einem Satz war er bei Faba und schaute auf sie herab. „He Faba, hast Du mich etwa belauscht?“ Faba errötete. Sie fühlte sich ertappt. „Es tut mir leid Nox, ich wollte Dich nicht belauschen.“

Nox war wütend. „Faba, ich will allein sein.“ Sie entschuldigte sich und sagte, dass sie beim Pilze sammeln ein Geräusch hörte und ihn dann schluchzend unter der Eiche sah. Nox sah Faba mit seinen geröteten und feuchten Augen an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. „Ist schon in Ordnung Faba, es gibt aber leider nichts, was Du oder irgendjemand sonst für mich tun könnte.“

Faba hob ihren Korb auf und fing an, die heraus gepurzelten Pilze aufzusammeln. Nox half ihr dabei und sagte: „Bitte erzähl niemandem davon!“ Faba streckte ihm ihre kleine Hand hin. „Abgemacht.“ Beide sahen sich in die Augen und fingen an zu lachen.

„Nox, begleitest Du mich zurück ins Dorf?“ Er nickte zustimmend und sie marschierten los.

 

Kapitel 2 Der Lotusteich

Faba und Nox wurden nach Ihrem Treffen im Wald gute Freunde und verbrachten viel Zeit miteinander.

Den heutigen Tag jedoch würden Beide nicht so schnell vergessen. Heute verspricht der Tag zu werden, an dem die gemeinsamen Abenteuer erst so richtig losgehen.

Es war noch früh am Morgen. Die Sonne ging im Westen auf und ihre warmen Strahlen berührten die Blätter der Bäume. Die Blüten der Blumen öffneten sich und Tautropfen fielen ins feuchte Gras. Das Königreich „Mirabilis“ erwachte aus seinem Schlaf. Schmetterlinge und Bienen schwirrten umher und suchten nach frischem Nektar. Eidechsen schlüpften aus ihren Löchern und sonnten sich auf den warmen Steinen.

Ein neuer Sommertag erwachte zum Leben und Faba und Nox waren schon früh wach. 

Nox stupste Faba leicht an die Schulter. „Komm Faba, lass uns rausgehen, das wird ein wunderschöner Tag.“ Sie kletterten auf Bäume, lachten über ihre Witze, assen Beeren, spielten mit Freunden Verstecken und versuchten, Käfer zu fangen. Faba und Nox wurden nach Ihrem Treffen im Wald gute Freunde und verbrachten viel Zeit miteinander.

Den heutigen Tag jedoch würden Beide nicht so schnell vergessen. Heute verspricht der Tag zu werden, an dem die gemeinsamen Abenteuer erst so richtig losgehen.

Es war noch früh am Morgen. Die Sonne ging im Westen auf und ihre warmen Strahlen berührten die Blätter der Bäume. Die Blüten der Blumen öffneten sich und Tautropfen fielen ins feuchte Gras. Das Königreich „Mirabilis“ erwachte aus seinem Schlaf. Schmetterlinge und Bienen schwirrten umher und suchten nach frischem Nektar. Eidechsen schlüpften aus ihren Löchern und sonnten sich auf den warmen Steinen.

Ein neuer Sommertag erwachte zum Leben und Faba und Nox waren schon früh wach. Nox stupste Faba leicht an die Schulter. „Komm Faba, lass uns rausgehen, das wird ein wunderschöner Tag.“ Sie kletterten auf Bäume, lachten über ihre Witze, assen Beeren, spielten mit Freunden Verstecken und versuchten, Käfer zu fangen.

Müde und verschwitzt lagen sie, die Arme und Beine von sich gestreckt, im grünen Gras. Die Sonne brannte unbarmherzig auf ihre Gesichter. Nox pfiff durch einen Grashalm eine Melodie. „Lass uns zum Teich gehen, ich will schwimmen“, schlug Faba vor. „Oh ja!“, antwortete Nox begeistert.

Auf dem Weg zum Lotusteich spielten sie: Ich sehe was, was Du nicht siehst. Als Nox dran war, sagte er: „Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist grün.“ Keine leichte Aufgabe, da in dieser wunderschönen Landschaft fast alles grün war: das Gras, die Bäume, eine Raupe oder Lotusblätter? Auf all ihre Vorschläge schüttelte Nox nur den Kopf und lächelte verschmitzt. „Ich weiss nicht, was es ist. Ich habe alles aufgezählt, was grün ist“, sagte Faba und zuckte leicht enttäuscht ihre Schultern.

Als sie am Teich ankamen, blieb Nox plötzlich stehen und griff nach Faba’s Hand. „Faba, Achtung! Schau, worauf Du fast getreten bist!“ Sie erblickte angewidert eine dicke, fette Kröte mit ledriger, mit Warzen übersäter Haut.

„Igitt!.“ Erschrocken machte sie einen Schritt zurück. “Na komm Faba, die Kröte macht Dir nichts.“ Lachend und lärmend rannten sie über die Wiese dem Ufer zu, als Beide wie angewurzelt stehen blieben. Eine tiefe, raue Stimme sagte laut, aber langsam: „Hey Ihr Rabauken! Ich möchte hier gerne in Ruhe die Sonne geniessen.“ Nox und Faba sahen sich um und entdeckten auf einem grossen Felsen eine riesige Eidechse. Ihre Augen weiteten sich und ihnen fehlten die Worte. Die Rieseneidechse war schwarz mit einem einzigen Streifen auf dem Rücken, der von aussen nach innen erst dunkellila, dann rot, orange, gelb und zur Mitte hin letztendlich grün war. Die Sonne schien auf ihre glänzende Haut, die aussah, als wäre sie mit schwarzen Diamanten gespickt. Sprachlos starrten Faba und Nox die Eidechse an. „Endlich wieder Ruhe“, sagte diese.

Nox fand die Sprache zuerst wieder. Mutig ging er auf die riesige Eidechse zu und fragte: „Wie heissen Sie?“ Die Eidechse antwortete müde und mit schläfrigem Blick: „Pointers ist mein Name, Mr. Pointers. Und jetzt lasst mich bitte in Ruhe.“

Kapitel 3 Wo ist Nox?

Leise trotteten die Beiden davon. Faba flüsterte aufgeregt, Mr. Pointers sei unglaublich! Diese Farben, dieser Glanz. So was habe sie noch nie gesehen. „Naja“, antwortete Nox, „leider ist er ziemlich brummig.“

„Nun ist Spielzeit, komm!“, sagte Nox, nahm Anlauf, sprang mit angelegten Knien in die Luft und flog wie eine Kanonenkugel ins Wasser. Es spritzte in alle Richtungen und Wellen schlugen auf der sonst so glatten Oberfläche des Teiches. Faba stellte sich auf einen Felsen und tauchte elegant ins Wasser ein. Als sie wieder auftauchte, war ihr Kopf bedeckt mit grünen, glieberigen Algen, die sich in ihren Haaren verheddert hatten. Sie versuchte vergeblich, die langen Ranken daraus zu entwirren. Nox fand das sehr lustig und lachte.

„Du siehst aus wie ein Sumpfmonster!“ Faba strafte ihn mit einem bösen Blick, wandte ihm den Rücken zu und flatterte mit ihren Flügeln so fest, dass das Wasser wie Gischt auf Nox niederprasselte. Nox hielt seine Arme schützend vor sein Gesicht und als Faba aufhörte und sich umdrehte, waren der Kopf und die Arme von Nox mit Algen übersäht. „Wer ist jetzt das Monster?“, rief sie lachend. Faba schwamm zufrieden davon. Auf den grossen Blättern der Seerosen entdeckte sie zufrieden vor sich hin quakende Frösche. Wieso blicken diese komischen Frösche immer so mürrisch drein, fragte sie sich.

Plötzlich umklammerte etwas ihr rechtes Bein und mit einem kräftigen Ruck wurde sie unter Wasser gezerrt. Nach einem kurzen Gerangel tauchte sie wieder auf, hustend, keuchend und Wasser spuckend. „Bespritz mich ja nie wieder so mit Wasser und Algen, Faba! Es ist nicht fair, dass Du Flügel hast und ich nicht!“ Nox war nicht wütend, er war todernst. Faba konnte es in seinen Augen sehen.

„Es tut mir leid, Du hast Recht, das war keine faire Art zu spielen“, antwortete sie mit leiser Stimme. „Ach, ist schon gut“, sagte Nox. Eine Weile herrschte Stille. Nur die Frösche quakten laut. Nox fragte Faba: „Hast Du die komischen Frösche mit diesen gelben Blasen am Hals gesehen?“ „Ja, die sind ganz schön launisch“, antwortete Faba erleichtert, dass die unangenehme Stille zwischen ihnen vorüber war.

Da öffnete einer der Frösche sein Maul, als ob er etwas sagen möchte, schloss es dann aber wieder. Er sah Faba an und öffnete es erneut. Sie sah erstaunt, dass unter seinem Kiefer etwas war, das aussah wie eine Kaugummiblase. „Wir sind nicht launisch, wir wollen nur unsere Ruhe haben“, sagte er in abgehacktem Ton. Abermals öffnete er sein Maul, blähte seine Wangen auf und sagte mit derselben Stimme wie zuvor: „Ihr unruhigen Kreaturen bringt unsere Gewässer dazu, Wellen zu schlagen. Ihr erschwert es uns, auf unseren Blättern zu sitzen und Essen zu finden.“

Nox gefiel die Antwort des Frosches nicht. Er sagte ihm forsch seine Meinung, denn er war der Ansicht, dass es nicht nur sein Teich sei, sondern, dass jeder das Recht hätte, darin zu baden. Ausserdem seien sie eh schon fett genug. Die Frösche ringsum sahen noch grimmiger und verärgerter aus als zuvor, doch blieben sie auf ihren Blättern wohl oder übel sitzen. Faba war fassungslos und wütend über Nox Worte. Sie fand, dass der Teich sehr wohl der Lebensraum der Frösche sei und diese ihre Ruhe verdienten.

„Wie kannst Du nur so gemein sein, Nox?!“ Weinend verliess sie den Teich, zog sich an und setzte sich etwas abseits auf einen grossen Ast einer Eiche. Sie wollte doch gar nicht mit Nox streiten. Müde und traurig schlief sie ein.

Als die Sonne im Osten am Untergehen war, schreckte Faba aus ihrem Schlaf. Wo war sie? Wo war Nox? Sie erinnerte sich an den Streit mit ihm. Bald wird es dunkel sein. Ging er allein ins Dorf zurück? Faba machte sich Sorgen und rief laut: „Nooox, Nooox wo bist Du?“ Es kam keine Antwort.


Demnächst weitere Kapitel. Es bleibt spannend!